Start Wissenswertes über Tiere Atemnot beim Kleintier
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Atemnot ist nicht immer ein dramatisches akutes Symptom, es kann sich auch langsam und schleichend bei unseren Kleintieren entwickeln. Die Atmung gibt uns wichtige Hinweise auf mögliche Erkrankungen.

Bei der Atmung beobachtet man die s.g. Atemfrequenz, das ist die Häufigkeit der Ein- und Ausatmung im Zeitraum von 1 min. Diese Atemfrequenz sollte man beim ruhigen Tier messen, da sie natürlich bei jeder Aufregung und nach körperlicher Anstrengung sowieso erhöht ist.

Für jede Tierart gibt es Normwerte für die Atemfrequenz. So beträgt die durchschnittliche Frequenz bei der Katze 20 bis 30 Atemzüge pro Minute, beim Hund 10 bis 40, wobei die Zahl umso niedriger ist, je größer der Hund ist. Das Kaninchen atmet 50 bis 60mal pro Minute und das Meerschwein sogar 100 bis 150mal.

Eine Beschleunigung dieser Zahl (s.g. Tachypnoe) kann physiologischerweise bei Anstrengung, Arbeit, Aufregung oder hohe Umgebungstemperatur der Fall sein.

In Ruhe aber kann es bei Schmerzen, Fieber, Bakteriellen Infektionen, sowie bei Störungen des Sauerstofftransportes zur Lunge und im Blut auftreten. Das bedeutet, dass bei Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems die Erhöhung der Atemfrequenz bereits ein Hinweis sein kann. Auch bei mechanischen Störungen der Atmung, nämlich bei Zwerchfellhochstand durch starke Blähungen des Magens oder des Darmes kommt es zu einer Frequenzsteigerung. Dies ist vor allem bei den Pflanzenfressern, wie Meerschweinchen und Kaninchen von großer Bedeutung und kann ein frühes Warnsignal für die gefährlichen Verdauungsstörungen bei diesen Tieren sein.

Eine Verlangsamte Atmung (Bradypnoe) ist bedingt durch Erkrankungen des Gehirns, Bewusstlosigkeit, Urämie (bei schweren Nierenschädigungen) und bei manchen hormonellen Störungen.

Ebenso beurteilt man bei der Atmung den s.g. Atemtypus. Darunter versteht man die Art der Beteiligung von Brust- und Bauchwand an der Atmung. Beide Körperteile werden bei der normalen Atmung bewegt, allerdings je nach Tierart verschieden stark. Bei den Fleischfressern (Hunde, Katzen, Frettchen, usw.) überwiegt die Brustatmung mit nur geringer Beteiligung der Bauchwände.

Eine reine Brustatmung kommt zustande bei Lähmungen der Zwerchfellnerven (Traumen der Halswirbelsäule), bei schmerzhaften Prozessen im Bauchraum sowie bei mechanischen Behinderungen des Zwerchfelles durch raumvermehrenden Prozessen im Abdomen (Tumore, Blähungen, Fremdkörper, Flüssigkeitsansammlungen, Trächtigkeit, Überfressen, usw.).

Vermehrte Bauchatmung finden wir bei schmerzhaften Prozessen in der Brusthöhle (Brustfellentzündung, Rippenbrüche, usw.) oder bei mechanischer Behinderung in der Brusthöhle (Flüssigkeitsergüsse, usw.). Aber auch bei erschwertem Ausströmen der Luft bei Elastizitätsverlust der Lunge (ältere oder emphysematöse Tiere) und Luftröhrenverengungen (Asthma) sind häufige Ursache für solche Symptome.

Es zahlt sich also aus, hin und wieder beim ruhenden Haustier, egal ob Hund, Katze, Kaninchen, Meerschwein, Ratte, usw. die Atmung zu beobachten und frühe Hinweise auf eventuelle Krankheiten zu entdecken.